Der vorletzte Teil der Geschichtsreihe beschäftigt sich mit den Entwicklungen der 70er und 80er Jahre bis hin zum 125jährigen Jubiläum im Jahr 1994. Die Feuerwehr wurde moderner, die Ausrüstung professioneller - aber auch die Einsatzanforderungen stiegen, besonders im Bereich der Hilfeleistung. Das 100jährige Jubiläum

Bei der Hundertjahrfeier, die zusammen mit dem Kreisfeuerwehrtag vom 05.- 07. Juli 1969 begangen wurde, präsentierte sich die "Jubilarin" nicht ohne Stolz als eine allzeit einsatz- und hilfsbereite Wehr, also eine "Bürgerwehr" im besten Sinne. Kreisbrandmeister Schäfer konnte für sie nur das Prädikat "beneidenswert" vergeben. Der Demonstration der Fertigkeit im Umgang mit Schlauch und Leiter folgte ein historischer Umzug, bei dem allerlei Oldtimer aus der Feuerwehrgeschichte mit- und vorgeführt wurden. Die Straßen prangten im Fahnenschmuck und im Festzelt auf der Schlachthofwiese herrschte ununterbrochen Hochstimmung.

Eingeleitet wurden die Festlichkeiten mit einem Empfang der Ehrengäste im Rathaus, wobei Kommandant Karl Belikan von Bürgermeister Dr. Hank für seine großen Verdienste um die Wehr zum Stadtbrandmeister ernannt wurde. Kreisbrandmeister Schäfer überreichte Bürgermeister Dr. Hank und Stadtpfleger Armbruster das Feuerwehrehrenkreuz. Bei der Jubiläumsfeier im "Bären", die von der Stadtkapelle musikalisch umrahmt wurde, nannte Dr. Hank in seiner Festrede die Feuerwehr auf Grund ihrer freiwilligen Hilfeleistung eine "Schule für demokratischen Bürgergeist". Landesbranddirektor Bätzner überbrachte die Glückwünsche des Innenministers und überreichte Oberbrandmeister Adolf Müller das Feuerwehrehrenzeichen in Gold. Stadtradt Willi Ruf erhielt aus der Hand von Hauptbrandmeister Walz im Namen des Landesverbandes die silberen Ehrennadel. Das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz der 1. Stufe wurde Karl Belikan verliehen, das der 2. Stufe Josef Fehrenbach, Egon Grüner, Anton Moser und Alfons Hezel. Zu einer höchst eindrucksvollen Demonstration von Zusammenarbeit und Schlagkraft wurde die gemeinsame Großübung der Wehren des Löschbezirks III beim alten Krankenhaus (heut Gymnasium).

Ein weiteres Vierterjahrhundert Feuerwehrgeschichte

Am Ende des Jubiläumsjahres 1969 konnte die Freiwillige Feuerwehr Schramberg mit berechtigtem Stolz auf die Feier ihres 100jährigen Jubiläums zurückblicken. Nicht ohne Grund wurde diese als eine großartige Gemeinschaftsleistung bezeichnet, bei der jeder einzelne nach Kräften mitgewirkt hatte.
Der Dank des Kommandanten galt seinen Männern, darüber hinaus aber auch allen, die deren Einsatz tatkräftig unterstützt hatten. Doch der Alltag holte die Feuerwehr schnell wieder ein: Bereits wenige Tage nach dem Fest wurde sie zum Einsatz bei der Unwetterkatastrophe in Schwenningen gerufen, und nach der Bekämpfung einer Reihe kleinerer Brände und manchen Hilfeleistungen musste sich im Herbst zu einem Großbrand nach Mariazell ausrücken.

Um für den Ernstfall möglichst gut gerüstet zu sein, hatte die Freiwillige Feuerwehr für ihre Hauptübungen stets besonders große, gefährdete oder schwer erreichbare Objekte herausgesucht. 1970 wiederholte sie zum Gedenken an den 10 Jahre zuvor gestorbenen langjährigen Kommandanten Anton Pfeffer seine letzte, von ihm selbst geplante und geleitete Übung, nämlich die Beförderung von Löschwasser aus der Schiltach zur Hohenschramberg. Eine weitere Übung fand bei der alten Turnhalle statt, die kurz darauf dem Gymnasiumsneubau weichen musste. Sie hatte über 80 Jahre lang nicht nur als Sportstätte, sondern auch als Ausbildungs- und Übungsort für die Feuerwehr gedient. Eine andere Präventivmaßnahme war die Einrichtung einer Brandwache an den Sonntagen des heißen Sommers dieses Jahres.

Da die Umrüstung der Feuerwehr von der Weckerlinie auf Funk voll im Gange war, wurde nun auch der Schwerpunkt der Ausbildung auf den Umgang mit den neuen Funkgeräten gelegt. Das Geschah vorrangig auf der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal, dann aber auch nach dem Multiplikationsprinzip vor Ort.

Eingemeindung von Waldmössingen

Mit der Eingemeindung Waldmössingens zum 01.12.1971 wurde auch die bis dahin eigenständige Feuerwehr dieser Gemeinde als Abteilung in die Gesamtwehr der Stadt Schramberg eingegliedert. Damit erhöhte sich deren Stärke auf ca. 140 Mann. So sehr diese Verstärkung auch begrüßt wurde, so ging sie doch zu Lasten der Kontaktnähe. Man kam daher überein, statt der bisherigen Gesamtveranstaltungen nun Abteilungsfeste und -Ausflüge durchzuführen. Seither trifft sich die Gesamtwehr, von Übungen und Einsätzen abgesehen, nur noch einmal im Jahr - bei der Hauptversammlung.

Um den Anforderungen einer Stützpunktwehr - das war die Feuerwehr Schramberg - gerecht zu werden, wurde nun bei den Jahreshauptübungen immer größerer Wert auf das Zusammenwirken der einzelnen Abteilungen und Sondereinheiten gelegt. Dementsprehend wurde auch die jeweilige Übungslage mehrschichtig: Da war nun nicht wie in früheren Jahren "nur" ein Brand zu löschen, da mussten vielmehr - wirklichkeitsnah - Menschen mit Atemschutzgeräten gerette, Ölsperren errichtet, austretende Giftstoffe bekämpft werden - und vieles mehr. Der gewaltige technische Fortschritt dieser Zeit - so begrüßenswert er auch war - führte zu immer neuen Bedrohungen von Mensch und Umwelt. Dagegen stets gewappnet zu sein, bedeutet auch heute noch "lebenslanges Lernen", vergleichbar mit dem Berufsleben.

Um die Öffentlichkeit besser über die gewachsenen Anforderungen zu informieren, wird 1974 im gesamten Bundesgebiet erstmals eine "Brandschutzwoche" durchgeführt. Die Schramberger Feuerwehr tut ein übriges und geht nun auch in Schulen, nicht zuletzt in der Hoffnung, Nachwuchs zu gewinnen, obwohl man, über die Jahre hinweg besehen, sagen muss, dass sie sich im Gegensatz zu den meisten Vereinen in dieser Hinsicht nie zu beklagen brauchte.

Einsatzschwerpunkt verschiebt sich zu Hilfeleistungen

Obgleich in der ersten Hälfte der 70er Jahre mehrere Großbrände, vor allem im Kloster Heiligenbronn, zu bekämpfen waren, die viele Einsatzstunden erforderten, musste damals bereits ein deutliches Mehr an Einsätzen bei sonstigen Hilfeleistungen erbracht werden. Und dies nicht nur bei mehreren Hochwassern, sondern vor allem bei Verkehrsunfällen, Umweltverschmutzungen, Öl- und Giftalarmen etc. 
Die Jahreshauptversammlung 1976 am 23. Januar brachte geplante und überraschende Veränderungen an der Spitze: Nachdem bereits im Herbst des Vorjahres Siegfried Schaub zum neuen Abteilungskommandanten der Talstadt gewählt worden war, trat nun der stellvertretende Kommandant und Geschäftsführer der Gesamtwehr Josef Fehrenbach nach 10jähriger Tätigkeit, wie angekündigt, zurück. Die Wahl der Führungsspitze der Gesamtwehr brachte jedoch ein überraschendes Ergebnis: Neuer Kommandant wurde Josef Breier aus der Talstadt, sein Stellvertreter Kurt Witz aus Waldmössingen.

Am 19. Februar 1976 wurde der Stadtbrandmeister Karl Belikan nach 15jähriger vorbildlicher Amtsführung von Oberbürgermeister Dr. Geitmann feierlich verabschiedet. In seiner Ansprache würdigte er besonders dessen Verdienste um den Aufbau der Wehr un die Integration ihrer Abteilungen.

Am 21. Januar 1977 fand die erste Hauptversammlung der Abteilung Talstadt (heute: Abteilung Schramberg) unter der Leitung ihres neuen Kommandanten Siegfried Schaub statt. Sein Stellvertreter - und damit Nachfolger von Josef Fehrenbach - war nun Eugen Pfaff. In seinem Tätigkeitsbericht über das zurückliegende Jahr konnte Schaub noch von einer verhältnismäßig geringen Zahlt von Einsätzen, nämlich 22 bei 428 Einsatzstunden, berichten. Die Abteilung umfasste 50 Mann, eine Zahl, die Schramberg heute nicht mehr ganz erreicht (ca. 40 Mann).

In der Ende Februar durchgeführten Versammlung der Gesamtwehr wurde die neue Feuerwehrsatzung, die auf der geänderten Gemeindeordnung für Baden-Württemberg basierte, einstimmig verabschiedet.

Schon in seinem zweiten Jahresbericht, also für das Jahr 1977, musste Kommandant Schaub eine Verdopplung der Einsatzstunden feststellen. Schuld daran war vor allem die starke Zunahme von Öl- und Verkehrsunfällen. Bei diesen Einsätzen, so Schaub, habe sich nicht nur das neue Leitfahrzeug (ein VW T2-Bus namens "Gottfried"), sondern auch kürzlich beschafftes Spezialgerät, wie hydraulische Rettungsschere und Spreizer, hervorragend bewährt.

Die Katastrophenschutzübung sämtlicher Hilfsorganisationen des Landkreises am 04. November 1978 stellte insofern ein Novum dar, als bei dem angenommenen "Jahrhundert-Hochwasser" im westlichen Kreisgebiet zum ersten Mal der gesamte Einsatz sämtlicher Einheiten, darunter auch die der Schramberger Feuerwehr, von einer zentralen Leistelle im Keller des Landratsamtes mit Funk geführt wurde.

In der Hauptversammlung der Talstadtwehr Anfang 1979 konnte Abteilungskommandant Schaub den neu aufgebauten AMAST-Trupp (ABC-Mess- und Auswertungsstelle), der von Eugen Pfaff geführt wurde, vorstellen. Er musste aber wiederrum einen starken Anstieg der Einsatzzahlen, vor allem bei Hilfeleistungen feststellen. Besonders ärgerlich: Auch die Zahl der Fehlalarme stieg stetig.

Eine Besonderheit stellte im September 1978 die Abstellung von Teilen der Wehr in das Erdbebengebiet Albstadt dar. Für ihre Hilfeleistung erhielten 16 Männer später das Ehrenzeichen Albstadts "für höchsten persönlichen Einsatz" verliehen.

Brände im Gasthof "Adler"auf dem Fohrenbühl und im Mooswald führten im Herbst 1979 wieder zu einer Großübung der Löschgemeinschaft Fohrenbühl. Der angenommene Brand des "Gedächtnishauses" wurde unmitellbar mit Tanklöschfahrzeugen bekämpft, daneben wurde aber auch eine 1500m lange Löschleitung vom Weiher beim Café Lauble aus aufgebaut. Personen auf der Aussichtsplattform wurden über die Drehleiter gerettet. Bei der anschliessenden "Manöverkritik" konnte zu Recht festgestellt werden, dass die Zusammarbeit einwandfrei funktionierte und dabei "württembergisches Feuer mit badischem Wasser gelöscht" worden sei.

Ein seltsames Zusammenspiel von "Spiel und Ernst" gab es noch im gleichen Jahr: Am 03.11.1979 galt es bei einer kombinierten Katastrophenübung von Feuerwehr und DRK einen brennenden Tanklastzug auf einem Parkplatz der A81 bei Böhringen zu "bekämpfen". Doch schon wenige Tage später, am 09. November, verünglückte tatsächlich ein mit Superbenzin beladener Tanklastzug bei Vöhringen, was eine mehrstündige Sperrung der Autobahn zur Folge hatte. Die Bergung des Fahrzeugs musste unter Atemschutz erfolgen, wobei die Schramberger Wehr mit ihrem Explosionswarngerät im Einsatz war.

Das Verhältnis von Brandfällen zu Hilfeleistungen hatte sich 1979 zu Gunsten der Hilfeleistungen verdreifacht. Dass dabei die Bergung Schwerverletzter oder gar Toter für manchen Feuerwehrmann auch eine psychische Belastung darstellte, sei nur am Rande erwähnt.

Die nach der furchtbaren Brandkatastrophe im Krankenhaus Achern ausgebrochene Diskussion über die Sicherheit solcher Einrichtungen wurde im Falle Schrambergs mit einer erneuten Feuerschau, weiteren vorbeugenden Maßnahmen und der Begehung durch die Mitglieder der Wehr beantwortet.

Um Risiken und Gefahren so weit wie möglich kalkulierbar zu machen, wurden nicht nur quantitativ sehr viele Übungen, die weit über dem "Soll" lagen, abgehalten, sondern auch deren Vielfalt immer erweitert. So liest man im Jahresbericht 1980, dass die Männer mit Trockenlöschern umzugehen hatten, Kartenlesen übten, Kabel verlegten u.v.m. Dass daneben die Pflege der Geselligkeit auch nicht zu kurz kam, ist eigentlich selbstverständlich. So ist es im Laufe der Jahre Tradition geworden, dass die Schramberger Wehr mit ihrem "Frühlingsfest" die jährliche Festsaison der Vereine eröffnet (dies ist auch im Jahr 2013 noch so!).

Der Jahresbericht 1982 zählt 1791 Einsatzstunden. 939 davon wurden in einem Einsatz abgeleistet: Am 03. Februar 1982 verlor ein US-Flugzeug eine Sidewinder-Rakete über Schramberg, die von US-Streitkräften, THW und Feuerwehr gesucht werden musste. Sie fand sich schließlich in einer Scheune im oberen Kirnbach. Die gesamte Aktion nahm also nicht nur ein glückliches Ende, sie bewies auch, dass die Feuerwehr in der Lage ist, mit unterschiedlichen Einheiten bei verschiedenartigen Aufgaben zusammenzuarbeiten.

Interne Ausbildung und Gründung einer Jugendfeuerwehr

Unabdingbare Vorraussetzung dafür ist natürlich ein hoher Ausbildungsstand. Dieser wiederum wird nur erreicht, wenn beim Einzelnen genügend Interesse und Wille vorhanden ist. Dass dies bei der Schramberger Feuerwehr zu jeder Zeit der Fall war, lässt sich allein schon daraus ersehen, dass Jahr für Jahr weit mehr Meldungen für Lehrgänge abgegeben wurden, als berücksichtigt werden konnten. Um diesen Übel einigermaßen abzuhelfen, wurde die Ausbildung vor Ort durch eigene Ausbilder intensiviert. Als Beispiel dient hier der spätere Abteilungskommandant Dieter Reisser, der seit 1983 als Funkausbilder fungierte.

Um den Kontakt mit den Aktiven weiterzupflegen, wechseln seit vielen Jahren ausscheidende Feuerwehrmänner in die Alterswehr über. Am 19. Dzember 1984 wird das Gegenstück dazu gegründet: Eine Jugendfeuerwehr, die bei den Jugendlichen das Interesse an der Feuerwehr wecken sollen und den einen oder anderen für den Dienst gewinnen soll.

Da der Kontakt mit anderen Wehren das Zugehörigkeitsgefühl stärkt und den Erfahrungsaustausch fördert, war es immer ein Anliegen, deren Feste und vor allem Jubiläen zu besuchen und an den Feuerwehrtagen auf Kreis-, Landes- und Bundesebene teilzunehmen. Auch die Teilnahme an Veranstaltungen, die nicht unbedingt zum eigentlichen Aufgabengebiet einer Feuerwehr gehören, wie Wanderungen, Skiwettkämpfe und Orientierungsmärsche wurden nun vermehrt gefördert. Diesem Zweck diente auch der Besuch von Feuerwehrleuten aus dem benachbarten Ausland, so etwa von Luxemburg oder von Bar im Département Bas-Rhin in Frankreich.

Mit schöner Regelmäßigkeit wurde alle 5 Jahre die Führungsspitze der Schramberger Abteilung im Amt bestätigt, was einerseits ein Vertrauensbeweis war, andererseits aber auch Kontinuität und Stabilität bedeutete. Die Zusammenarbeit mit dem Stadtbrandmeister und seinem Stellvertreter verlief ebenso reibungslos, so dass auch die Effektivität der Gesamtwehr stehts gewährleistet war.

Neuanschaffungen Ende der 80er Jahre

Es wäre müßig, alle Neuanschaffungen aufzählen zu wollen, aber zwei sollen in diesem Zusammenhang, weil keineswegs alltäglich, wenigstens erwähnt werden: Das LF 16 TS, dass am 15. Mai 1986 der Wehr übergeben wurde - und die neue Drehleiter, die am 20. Dezember 1988 zur Auslieferung kam.

Die Jahresberichte dieser Jahre halten nicht ohne Freude und Stolz diese Ereignisse fest, sie zählen auch die dadurch und durch viele andere Neuanschaffungen und Veränderungen bedingten Sonderausbildungen auf, ohne auch nur mit einem Wort die Opfer an Freizeit und finanziellen Einbußen zu erwähnen.

1989 wird auf privater Basis in der Abteilung Tal für die Registrierung der Einsätze ein Computersystem eingesetzt. Mit einem speziell für Feuerwehren entwickelten Programm werden alle wichtigen Einsatzdaten gespeichert und können so jederzeit abgerufen, bearbeitet oder ausgedruckt werden.

In der Abteilungshauptversammlung am 07. Dezember 1990 gibt Kommandant Siegfried Schaub überraschend seinen Rücktritt mit der Begründung bekannt, 15 Jahre in dieser Position seien genug und er sei daher "ein wenig Amtsmüde". In Anerkennung seiner Verdienste wird er später zum Ehrenkommandant der Talstadtwehr ernannt. Die "Wachablösung" erfolgt völlig reibungslos: Schaubs Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter Eugen Pfaff. Dieter Reiser rückt in die Führungsebene nach, bleibt aber weiterhin Führer des zweiten Zuges, während Werner Heinzelmann nun von Eugen Pfaff den ersten Zug übernimmt.

Dass die Feuerwehr immer wieder vor neue Probleme gestellt wird und dementsprechend neue Strategien entwickeln muss, wurde in der Hauptversammlung am 07. Dezember 1991 deutlich, an der wie bisher auch Stadtbrandmeister Breier, nun auch mit seinem neuen Stellvertreter Manfred Witz, teilnahm. Da war zwar mit der Eröffnung des Schlossbergtunnels das Problem der Bekämpfung eines Brandes im Innern aufgetaucht, aber weit mehr schreckten die Meldungen von Brandstiftungen an Aussiedler- und Asylantenheimen im gesamten Bundesgebiet auf. Statt in nutzlose Hysterie zu verfallen, wurden die hiesigen gefährdeten Gebäude abgegangen, die Brandschutzmaßnahmen inspiziert und die bestmöglichen Einsatztaktiken entwickelt. Stadtbrandmeister Josef Breier wurde übrigens in dieser Versammlung für 40jährige Dienstzeit in der Feuerwehr besonders geehrt. Eine ebensolche Ehrung wurde auch Gerätewart Paul Rawiel für 25 Jahre Dienst in der Wehr zuteil.

Es war für die Feuerwehr Ehrensache, beim Stadtfest 1992 mitzuwirken. Dies geschah zum einen in Form eines "Tages der offenen Tür" mit Schauübungen und Vorführungen von Fahrzeugen und Geräten, zum andern indem sie die Feuesicherheitswachen beim Festbetrieb in der Innenstadt übernahm, was sich angesichts von tausenden von Besuchern und dem "Expansionsdrang" mancher Vereinsstände als keineswegs leichte Aufgabe erwies.

1993, das letzte Jahr vor dem 125jährigen Jubiläum, wurde von Kommandant Pfaff in seinem Rückblick, als ein "relativ ruhiges", also "normales" bezeichnet: Die 50 Aktiven der Abteilung Tal hatten 68 Einsätze zu leisten, wobei 28 auf Brandfälle, 28 auf Hilfeleistungen und 10 auf Sicherheitswachen entfielen. Ausserdem gab es 2 Fehlalarme. Das bedeutete insgesamt 1063 Einzelstunden, wobei auch ein Einsatz mit dem Atemschutzgerätewagen nach einem Gasrohrbruch im "aquasol" in Rottweil mitzählte.

Es wurden 19 Gesamt-, 2 Zug- und eine Reihe von Sonderübungen durchgeführt. Ferner fanden eine Auftaktübung bei Kern-Liebers und eine Großübung der Löschgemeinschaft Fohrenbühl statt. Die Führungskräfte kamen zu mehreren Abteilungs- und Gesamtauschusssitzungen zusammen, ausserdem wurden die Planungen zum 125jährigen Jubiläum intensiviert. 11 Männer konnten an Ausbildungslehrgängen teilnehmen.  Vier Männer (Werner Martin, Dieter Reisser, Klaus Stollbert und Herbert Wöhrle) wurden für 25jährige Dienstzeit geehrt, Hermann Hasenmaile für 30jährige und Siegfried Schnappinger sogar für 45jährige.

Auch das Jubliäumsjahr 1994 hat der Feuerwehr keine "Schonzeit" gewährt: Ende Januar wurde sie zum Brand eines Bauernhauses in Buchenberg, Gemeinde Königsfeld, gerufen und Anfang März musste sie unter schwierigsten Bedinungen den Großbrand eines Aussiedlerhofes auf dem Imbrand bekämpfen.
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