Die Nachkriegsjahre waren geprägt vom Wiederaufbau, doch schon bald setzte auch in Schramberg das "Wirtschaftswunder" ein. Leistungsfähigere Löschfahrzeuge und sogar eine Drehleiter fanden ihren Weg in die Fünftälerstadt. Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Die erste Sitzung der Freiwilligen Feuerwehr nach Kriegsende fand am 15. Dezember 1945 im "Hasen" in Sulgen statt. Dabei konnte bekannt gegeben werden, dass die bisherige Führung im Amt bleiben könne, weil sie "politisch unbelastet" sei.

Die Gesamtstärke der Wehr wurde auf 160 Mann festgelegt, davon 80 in der Talstadt, 40 in Sulgen und je 20 in Heiligenbronn und Schönbronn. Jede Gruppe sollte ihre Übungen selbsttändig durchführen und nur durch Vorlage des Rapportbuches dem Kommandanten Josef Fix über sämtliche Aktivitäten berichten. Da bald wieder genügend Aktive zur Verfügung standen, konnte die Alterswehr aufgelöst werden.

1946 löste Elektroningenieur Anton Pfeffer den bisherigen Kommandanten Josef Fix ab. Pfeffer versah dieses verantwortungsvolle Amt bis zu seinem Tod im Jahre 1960.

Auf Befehl der französischen Besatzungsmacht musste nun die Wehr auf 55 Mann verringert werden. Das bedeutete das Ausscheiden der meisten älteren, erfahrenen Wehrmänner. Um die Schlagkraft der Wehr zu erhalten, mussten die Jungen schnell und möglichst intensiv ausgebildet werden.

Am 29. Mai 1949 wurde aus Anlass des 80jährigen Bestehens der Feuerwehr ein Kreisfeuerwehrtag in Schramberg veranstaltet. Ein Jahr später konnte die Junghans-Werksfeuerwehr ihr 50jähriges Jubiläum begehen. Auch die Firma Möbel-Moser hatte inzwischen eine eigene Werkswehr aufgestellt. Mit diesen Werkswehren wurde immer wieder gemeinsame Übungen durchgeführt und bei Brandeinsätzen unterstützten sich sich gegenseitig.

Die 50er und 60er Jahre

Eine wesentliche Verbesserung ihrer Ausrüstung erreichte die Wehr 1951 mit der Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs vom Typ TLF15. Zusammen mit den beiden Wehren von Hornberg, Lauterbach und der Junghans-Werksfeuerwehr konnte 1957 die Löschgemeinschaft Fohrenbühl gegründet werden. Ihre Aufgabe ist es, einen Brand im Gedächtnishaus des Schwarzwaldvereins jederzeit wirksam bekämpfen zu können, wozu 1200m Schlauchleitung zu legen wären. Ende der 50er Jahre wurde aufgrund der Ausdehung der Stadt und den gestiegenen Anforderungen an die Wehr deren Gesamtstärke auf 100 Mann erhöht. 1958 konnte eine weitere TS8 mit VW-Motor in Dienst gestellt. Bei der Hochwasserkatastrophe am 21. Mai 1959 war die Feuerwehr neben anderen Organisationen und Militäreinheiten tagelang pausenlos im Einsatz.

21. Mai 1959 - Hochw...
21. Mai 1959 - Hochw...
27. November 1959 - ...
Fahrzeughalle in den...

Im 90. Jubiläumsjahr, am 27. November 1959, ging mit der Einweihung des Feuerwehrhauses am Mühlegraben ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Seit 1842, dem Jahr der Weihe der neuen Kirche, hatte die alte St. Maria-Kirche als Spritzenhaus und Gerätedepot gedient, war aber längst zu klein und völlig untauglich geworden. Seit Jahren kämpfte Kommandant Pfeffer um eine endgültige und alle Anforderungen erfüllende Lösung. Die konnte aber nur die Erstellung eines eigenen Feuerwehrhauses bringen. Mit dem Amtsantritt des in besonders in diesen Dingen weitsichtigen Bürgermeisters Dr. Konstantin Hank stiegen die Erfolgsaussichten beträchtlich. Besichtigungsfahrten zu solchen Projekten wurden unternommen und Vorschläge für eine bestmögliche Realisierung in den Gemeinderat hineingetragen, bis dieser schliesslich beschloss, das Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Strohutfabrik zu verwirklichen. Dem unermüdlich um die Errichtung eines Feuerwehrhauses kämpfenden Anton Pfeffer wurde im selben Jahr eine ungwewöhnliche Ehrung zu Teil: Er wurde als Nachfolger von Architekt Bürger, Zimmern o.R., zum Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Rottweil gewählt. Doch schon 1960 musste der langjährige und verdienstvolle Feuerwehrkommandant zu Grabe getragen werden. Als Nachfolger wurde Brandmeister Karl Belikan gewählt. Sein Stellvertreter - ein Amt, das über Jahre Oberbrandmeister Adolf Müller inne hatte - wurde Eugen Hahn und später Josef Fehrenbach.

In den 60er Jahren konnte die Wehr bei der Modernisierung ihres Fahrzeugparks weitere große Fortschritte erzielen. Nachdem bereits zwei Jahre zuvor ein Schlauchkraftwagen angeschafft worden war, erhielt die Wehr 1962 für das ausgefallene LF 15 ein LF 16 / TS, ein Löschfahrzeug mit einer Leistung von 1600 l/min. Für das beschädigte TLF 15, das nach der Wiederinstandsetzung in Sulgen stationiert war, kam ein größeres Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16.

Im selben Jahr wurde im Feuerwehrhaus die zentrale Schlauchwerkstätte für sämtliche Feuerwehren des Landkreises Rottweil eingerichtet. Gemäß der Vereinbarung zwischen der Stadt Schramberg, dem Kreis Rottweil und seinen 47 Gemeinden übernahm diese Werkstätte die Reinigung und Instandsetzung der Schläuche, sowie deren Transport von und zu den Gemeinden.

1965 erhielt die Wehr einen bis dahin von der Stadtverwaltung benützten PKW als Kommandowagen. 1966 konnte ein LF 8 / TS angeschafft werden und 1968 sogar eine Motordrehleiter mit einer Steighöhe von 30m. Sie hatte beim Brand der kath. Kirche in Waldmössingen am 04. Januar 1969 ihre "Feuertaufe". Des weiteren wurde vom Landkreis noch ein Gerätewagen zugeteilt. Insgesamt war die Wehr nun hervorragend ausgerüstet. Die Stärke der Gesamtwehr betrug zu dieser Zeit 111 Mann.
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