Die Zeit des Nationalsozialismus war auch für die Schramberger Feuerwehr eine schwere Zeit. Die Wehrführung wurde nach dem "Führerprinzip" ernannt, politisch anderst denkende Kameraden aus dem Dienst entfernt. Viele Feuerwehrleute mussten in den Krieg ziehen - einige davon kamen nicht mehr zurück.
Durch Erlass des Innenministeriums vom 12. Mai 1933 wurde wie jede andere Organisation auch die Feuerwehr gleichgeschaltet. Durch Verhandlungen mit Kreisleiter Arnold und Bürgermeister Dr. Klingler wurde erreicht, das sämtliche Führungspositionen in der Wehr unangetastet blieben. Auf allerhöchsten Befehl wurde - wie überall im öffentlichen Leben - der "Deutsche Gruß" angeordnet.
Da satzungsgemäß der Fünfjahresrythmus auch weiterhin Gültigkeit hatte, wäre 1934 Neuwahlen fällig gewesen. Doch kurz vor dem Wahltermin kam die Weisung, dass auch bei der Feuerwehr das so genannte Führerprinzip anzuwenden sei, d.h. die Inhaber der Funktionsstellen wurden nicht mehr gewählt, sondern vom Kommandanten ernannt. Otto Bacher, der 25 Jahre Kommandant gewesen war, legte daraufhin sein Amt nieder und überließ dieses Geschäft seinem bisherigen Stellvertreter. Ungeachtet dieses "Rückzugs" wurde er zum Ehrenkommandant ernannt.

Einen gewaltigen technischen Fortschritt und damit eine Steigerung der Effizienz brachte 1934 die Anschaffung einer längst geforderten Großmotorspritze LF15 mit einer Leistung von 1500 l/min und 80m Förderhöhe, ferner einer weiteren Kleinmotorspritze mit 800 l/min und 60m Förderhöhe. Dazu kam eine Stahlleiter mit 20m Steighöhe. Damit hatte die Feuerwehr das Modernste, was es auf dem Markt gab.

Die Mannschaft der "Weckerlinie" wurde nun von Brandoberingenieur Reutlinger aus Stuttgart an den neuen Geräten zu "Einheitsfeuerwehrmännern", wie es damals hieß, ausgebildet.
Als C. Rieble 1935 aus Altersgründen zurücktrat, wurde Carl Sohmer neuer Kommandant. Dieser ernannte Malermeister Josef Fix zum Leiter der Weckerlinie und gleichzeitig zu seinem Stellvertreter.

1936 - 25jähriges Jubiläum des Kreisverbandes in Schramberg

1936 erhielt die Schramberger Feuerwehr den ehrenvollen Auftrag, aus Anlass des 25jährigen Jubiläums des Kreisverbandes einen Bezirksfeuerwehrtag auszurichten. Dazu kamen am 14. Mai 27 Wehren von nah und fern nach Schramberg. Bei einem "Großangriff" auf die Gebäude Dobler - Kreissparkasse (heute Schuhhaus Langenbach) im Rahmen einer Schauübung waren nicht weniger als 8 Motorspritzen im Einsatz. Wie notwendig solche Übungen waren, zeigte sich bei der Bekämpfung des Großfeuers im Kloster Heiligenbronn am 28. Juli 1936. Eine Sensation war dagegen der "heiße Abbruch" der "Waggonia", einer aus Eisenbahnwagen bestehenden Notsiedlung beim "Rappen" im Jahr 1938. 

Der "neue Geist" machte 1936 eine neue Satzung notwendig. In ihr musste vor allem dem Führerprinzip Rechnung getragen werden (§ 10,1). Zwar konnten die Mitglieder des "Führerrats", des obersten örtlichen Gremiums, auch weiterhin von der Mitgliederversammlung gewählt werden, doch die so Gewählten bedurften der "Bestätigung durch die Polizeiaufsichtsbehörde". Wurde dieselbe versagt oder widerrufen, musste unverzüglich eine Neuwahl stattfinden (§ 10,7). Wie in diesem Falle war "die Leitung der Wehr und die Führung ihrer Geschäfte" auch in allen anderen Punkten "der Aufsicht des Ortspolizeiverwalters unterworfen" (§ 17). Welche Blüten dieses Führerprinzip treiben konnte, wurde in § 18,2 deutlich, wonach der "Führer" der Wehr, also nicht mehr ihr "Kommandant", befugt war, formale Änderungen an der Satzung "allein zu beschliessen".

Nach der Eingemeindung Sulgens am 01. April 1939 wurde die dortige Feuerwehr als Löschgruppe unter der Führung von Franz Fix in die Freiwillige Feuerwehr Schramberg eingegeliedert.

Großfeuer im Kloster...
"Heißer Abbruch" der...
Dachstuhlbrand im Sc...

Die Feuerwehr Schramberg im Zweiten Weltkrieg

Wie schon 1914 mussten auch beim Beginn des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1939 die meisten aktiven Feuerwehrmänner sofort einrücken. Im Dezember des Jahres waren von rund 100 Mitgliedern bereits 54 bei der Wehrmacht. Aber wie schon im Ersten Weltkrieg meldeten sich auch nun wieder die "Ehemaligen" zum aktiven Dienst zurück. Sie wurden in einer Alterswehr zusammengefasst, die sich während der gesamten Kriegsdauer hervorragend bewährte. Schon ab 1940 wurden einzelne Feuerwehrmänner zu Hilfspolizisten ausgebildet. Selbst die Hitlerjugend wurde mobilisiert, um die durch die Einberufung aktiver Wehrmänner enstandenen Lücken zu füllen. Diese Jugendlichen wurden in besonderen Lehrgängen zum Dienst in der Wehr ausgebildet.

1944 verstarb der Kommandant der Alterswehr, Karl Rapp, wenige Monate später Ehrenkommandant Otto Bacher. Beide hatten sich um die Feuerwehr Schramberg besonders verdient gemacht. Die Verluste der Wehr im Zweiten Weltkrieg waren ungleich höher als im Ersten: 28 Feuerwehrmänner aus Schramberg verloren ihr Leben.

Als am 20. April 1945 Schramberg von den französischen Truppen besetzt wurde, verpflichtete der Stadtkommandant 50 Angehörige der Feuerwehr als Hilfspolizisten.
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