Im 1. Weltkrieg mussten die ehemaligen Kameraden wieder Dienst schieben, nach dem Krieg konnte trotz Inflation die Ausrüstung entscheidend verbessert werden. Die Chronik der Jahre 1914-1932 gibt's nach einem Klick auf "Weiterlesen". Die Feuerwehr im Ersten Weltkrieg und in den Nachkriegsjahren

Da das Alter der Feuerwehrleute zwischen 20 und 40 Jahren lag, mussten die meisten von ihnen gleich bei Kriegsbeginn einrücken. Die "Ehemaligen" sprangen ohne Zögern in die Bresche, um die Wehr einsatzfähig zu erhalten. Josef Grüner übernahm das Kommando, unterstützt von den Adjutanten Fischinger und Rapp. Auch die früheren Obmänner Alle und Burkhardt stellten sich wieder zur Verfügung. Acht Schramberger Feuerwehrmänner verloren in diesem schrecklichen Krieg ihr Leben.

Schon bald nach Kriegsende war die Feuerwehr wieder uneingeschränkt einsatzbereit. 1920 wurde ein Löschzug aufgestellt, der mit der im Krieg auf dem Rathaus installierten Sirene alarmiert werden konnte. Bei einem Brand an Weihnachten desselben Jahres musste dieser Zug seine Schlagkraft bereits unter  Beweis stellen. Mit der Junghans-Werksfeuerwehr wurde 1922 hinsichtlich der Kooperation eine neue Vereinbarung geschlossen, nachdem das Oberamt verfügt hatte, dass die im Bezirk vorhandenen Kraftfeuerspritzen, nämlich in Freudenstadt, Rottweil und Schramberg (Junghans), jederzeit anrufbar und zur Hilfe verpflichtet sein müssten.

Bei einer großen Schauübung im Jahre 1923 am "Schützen" wurde diese Zusammenarbeit aufs eindrucksvollste demonstriert.

Das zweite 25jährige Jubiläum

Ein Kurisosium in der Geschichte der Schramberger Feuerwehr ist die Tatsache, dass, wie bereits im Jahre 1894 geschehen, 1924 erneut ein 25jähriges Jubiläum gefeiert wurde. Dieses ging von der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1899 aus, war wohl aber auch als Ersatz für die unmittelbar nach dem Krieg fällig gewesene 50-Jahr-Feier - hierbei richtig von 1869 an gerechnet - gedacht. Nach einer Schauübung bei der "Post" wurde im "Bären" gebührend gefeiert. In seinder Festrede konnte A. Waller darauf hinweisen, dass die Wehr seit 1899 bei 47 Brandfällen ausgerückt sei. 37 Männer erhielten bei der Feier für 25jährige Mitgliedschaft das Feuerwehrehrenzeichen verliehen, 21 wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Die Feuerwehr bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung

Aus der Erkenntnis, dass eine kleine, gut ausgerüstete und gründlich geschulte Wehr ihren Aufgaben besser gerecht würde, als eine große kostspieligere und schwerfälligere, wurde nun die Gesamtstärke auf 128 Mann reduziert. Stadtschultheiß Eugen Ritter betrieb energisch die Verbesserung der Ausrüstung und setzte sich vor allem für die Anschaffung einer mobilen Spritze und den Bau einer Weckerlinie ein. Die Finanzierung in der Inflationszeit bereitete größte Schwierigkeiten und war nur dank eines Zuschusses aus Landesmitteln und der Aufnahme eines Darlehens möglich. 1926 konnte die von Siemens & Halske gelieferte Weckerlinie in Betrieb genommen werden. Ihr Obmann wurde C. Rieble. Mit den Firmen Bacher und Schraivogel wurde vereinbart, dass sie im Alarmfalle Fahrzeuge zum Transport der Spritzen bereitstellten.

Im Jahre 1926 wurde auch eine neue Satzung verabschiedet. In ihr wurde der Wehr neben der eigentlichen Aufgabe, dem "vollständigen Lösch- und Rettungsdienst in Brandfällen", nun auch der "Rettungsdienst bei sonstigen ähnlichen Unglücksfällen (insbesondere Wassersnöten" (§1) zugewiesen. Die Gesamtstärke der Wehr wurde auf höchstens 128 und mindestens 90 Mann begrenzt (§3). Die Einteilung der Wehr trug den neuen Gegebenheiten Rechnung: Neben dem Stab, in dem die beiden Adjutanten weggefallen waren, gab es nun nur noch den (Weckerlinien-) Löschzug mit 45 und den Hilfszug mit 60 Mann. Die Bekleidung und Ausrüstung war bis ins Kleinste geregelt und richtete sich nach den Vorschriften des Württembergischen Landesfeuerwehrverbandes.

Die Auflistung der vorhandenen Geräte zeigt, welche Verbesserungen in der Ausrüstung seit Kriegsende erreicht worden waren: Neben der "automobilen Motorspritze" und den beiden Hydrophoren gab es vier Hydranten-, einen Minimax-, zwei Schlauchtransport- und einen Gerätewagen, der neben verschiedenartigen Leitern bereits einen Rettungsschlauch und ein Sprungtuch mit sich führte (§3).

Im Ernstfall wurde zunächst nur der Löschzug alarmiert - und zwar durch die neuen Weckerglocken, der Hilfszug nur, wenn erforderlich, dann durch Horn- und Trommelsignale, ggf. auch durch Läuten der Kirchenglocken (§7).

Zur Erhaltung eines möchglichst hohen Ausbildungsstandes musste der Löschzug jährlich mindestens 12, der Hilfszug 4 Einzelübungen abhalten. Ausserdem hatten wenigstens 4 Gesamtübungen stattzufinden (§6).
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